04. 07. 2008
sechs uhr läuten

auftragskompositon fuer deutschland radio redaktion: goetz naleppa

„sechs uhr läuten“ist ein radiostueck. es erzaehlt  von der klingenden welt meiner kindheit .
wie klaenge mich durch den tag fuehrten, mein aufwachsen begleiteten und das zu hoerende mir freude oder angst machte.
ich lebte die ersten 9 jahre meiner kindheit bei meiner grossmutter und ihr “ beim sechse leiten bist daham“ steht fuer eine warmherzige frau und fuer einen lebensraum in dem zbp.: der kirchenglockenklang  im umkreis von kilometern das soziale leben mitorganisierte. 
fuer mich war es eine welt in der  alles  seinen klang hatte :  jede taetigkeit  am bauernhof sowie  jeder aspekt sozialer interaktion im doerflichen leben. 
die jahreszeiten, der fasching , der mai , die kirchenfesttage, die schulpause, das kaffee kochen, das most machen…… die voegel sind nicht nur voegel, es ist der gimpel, der stieglitz, der fichtenkreuzschnabel, die amsel, die nachtigall….alles klingt und hat seinen klang.
die menschen klingen verschieden, die g´studierten  anders als die haeusler , die erntehelfer aus  den verschiedensten regionen  bringen im sommer ihre dialekte mit. ….
im juni 2007 bin ich in sibiu. ich mache eine arbeit fuer das kulturhauptstadtprogramm.
wir wohnen am stadtrand. halb 5 uhr frueh, ein nach und nach einsetzendes kraehen der haehne. dieses hoererlebnis versetzt mich sofort wieder in meiner kindheit. 
es passiert mir immer wieder, dass hoererlebnisse im heute mir erlebnisse meiner kindheit wachrufen.
fuer dieses stueck erinnere ich mich ganz gezielt. spuere den klaengen meiner kindheit nach , suche sie und erfinde das  unauffindbare. es entsteht eine klangerzaehlung in 40 hoerbildern. der formale bogen ist ein jahr….es beginnt im mai und endet wieder im mai.
credits :
komponiert und produziert  von herbst 2007 bis fruehjahr 2008 von sam auinger 
recording assistenz: daniel schaeffler

hans peter falkner….steirische ziehharmonika
markus binder…stimme in bauernkalender (juni)
augustinus kropfreiter…bruckner orgel/ st.florian

dank an: maria wiesinger, fritz knogler, johann lehermayr, fam. lumetsberger, dany scheffler, Orf archiv landesstudio oberoesterreich und seinem leiter michael huemer.