30. 04. 2000
memoria/zeitdreieck

pro musica nova/radio bremen
 
lift-internetcafé / bremen (D)

Dreiteiliges Musikstück. Länge: mindestens 50 Minuten.
Komponiert und uraufgeführt von Rupert Huber und Sam Auinger für RADIO BREMEN.

Jede Musik, die über elektronische Medien abgestrahlt wird, kennen wir als Teil einer Geschichte, die in unserem Kopf ist oder anlässlich der Aufführung der Musik dort hineinprojiziert wird. (So hat der Moderator einer Radiosendung die Aufgabe, den Zuhörern in Worten Geschichte/Aura/Symbole zu gespielten Musik zu vermitteln, um diese für die Zuhörer in geordnete Gehirnbahnen zu lenken.)
Im Falle der Uraufführung von >memoria< verhält es sich so, dass die Geschichte – in diesem Fall das im Gedächtnis wirkende Dreieck Erwartung-Ereignis-Erinnerung – Teil des aufgeführten Stücks ist. Vor dem Konzert werden kurze Partikel aus der Aufführung im www verbleiben, die dahingehend bearbeitet werden, dass sie musikalische Erinnerung der beiden Komponisten Auinger und Huber ausdrücken. Die Länger der drei Sätze wird nach ihrem Namen vermerkt; sie heißen: 

1 regen am dach (15′)
„die welt hat irgendwann aufgehört, echt zu sein. einen schimmer, einen abglanz hab ich als kind noch gespürt, von der nicht doppelten welt“

2 distanz zwischen zurück und vorwärts (30′)
… ich will an etwas denken, das sam auinger gesagt haben könnte… und kann seine stimme nicht hören…

3 alles ruhig in dortmund (min. 5′, max. 25′)
keine skulptur, eine geschichte, die das musikstück memoria in bremen und im www spiegelt; wie ein raum bestimmte klänge bevorzugt, so auch ein medium. das instrumentarium der aufführung besteht aus geräten und klängen, die das world wide web zu übertragen imstande ist.