2001
besenbahn

dvd video, 17:50
published and distributed by kunstverein medienturm (AT)

2006
center for digital arts and experimental media at the university of washington, seattle (US)
tesla im podewils’schen palais, berlin (DE)
austria at arco ’06, madrid (ES)
medienturm, museumsquartier wien/quartier 21, wien (AT)

die wahrnehmung des stadtraumes und die formulierung einer subjektiven geometrie, die raum durch zeitabstände definiert, stehen im mittelpunkt der jüngsten arbeiten. zur komposition „besenbahn“ von tamtam ( sam auinger, hannes strobel ) werden fragmente von los angeles in diesem wahrnehmungsraum abgebildet.

durch wiederholung und zeitliches versetzen von videosequenzen entsteht ein zusammenhängender bildstreifen, der nur durch über die geschwindigkeit der bewegten kamera lesbar wird. stockt die bewegung, beginnt das bild in repetetive fragmente zu zerfallen.

„the freewaysystem in its totality is now a single comprehensible place, a coherent state of mind, a complete way of life“
reyner banham

synopsis
das wahrnehmen wahrnehmen: durch medien wird solches möglich und unmöglich zugleich. beim bewegten bild etwa zählt allemal mehr, was da in bewegung zu sehen ist und nicht, was bewegt. dabei gerät tendenziell der umstand aus dem blick, dass das bewegte bild ohne die illusion einer wahrnehmung von einzelbildern als bewegung gar nicht existieren könnte. kein wunder also, wenn filmische bzw. videografische experimente im kern auf eine reflexion medial vermittelter wahrnehmungsformen zielen, um die von den medien diktierten wahrnehmungsbedingungen der sinnlichen erfahrung wiederum zugänglich zu machen. das ist bei besenbahn nicht anders, auch wenn die problemstellung durch den bezug auf eine selbst schon technisch vermittelte wahrnehmung zusätzlich verkompliziert wird: nicht die “natürliche”, sondern die mit den mitteln des modernen personentransports bewegte wahrnehmung ist gegenstand des videos, und damit implizit die geschichte einer epochalen transformation von raum- und zeiterfahrung, an deren vorläufigem ende in entsprechenden kontexten – etwa einer stadt wie los angeles, deren gestalt von der geschichte der motorisierung geformt wurde – die bewegte als bereits selbstverständlich gewordener teil der natürlichen wahrnehmung erscheint. die these, die besenbahn in diesem zusammenhang vorträgt, wäre demnach, dass das spezifisch ästhetische einer solchen bewegten wahrnehmung den bereits natürlich gewordenen formen audiovisueller repräsentation (etwa die darstellung von bewegung durch eine kamerafahrt) entgeht: die “subjektive geometrie, die raum durch zeitabstände bestimmt” (dietmar offenhuber) verdeutlicht hier in ihrer fragmentierung des wahrnehmungskontinuums eine erfahrung, die genau deshalb verborgen bleiben konnte, weil sie schon tausendfach gemacht wurde. (vrääth öhner)

 
in zusammenarbeit mit: tamtam, dietmar offenhuber